Kommentar zur Wahl an Herrn Merz, SPD

Offener Brief an Herrn Merz SPD

Sehr geehrter Herr Merz,
ein nicht unerheblicher Teil der Wählerinnen und Wähler hat sich von den fragwürdigen Aufrufen zu "Aktionen" gegen die AfD nicht täuschen lassen. Buttersäureanschläge, Zertrümmerungen von PKWs und Beschmierungen von Privathäusern, sowie die Bedrohung unserer Freunde und Mitglieder sind doch eigentlich die Methoden der Reichskristallnacht, die Sie, Herr Merz, doch unter einem demokratischen Deckmantel zu bekämpfen vorgeben.
Der SPD jedenfalls, haben Sie einen Bärendienst erwiesen. Die Diffamierungen und die kostenfreie Negativ-Publicity, mit der Sie und ein Teil Ihrer Freunde aus der schreibenden Zunft uns überzogen haben, hat uns einen erheblichen Teil der ursprünglich geplanten Wahlkampfkosten für kostspielige Zeitungsannoncen erspart. Auch der sofortige Aufschrei nach Änderungen des Wahlgesetzes Ihres Kollegen Schäfer-Gümbel, wird Ihnen solange nicht weiter helfen, solange nicht gleich, wie es Ihre Partei wohl gerne hätte, die Wahlkreuze auf den Wahlzetteln aufgedruckt werden.
Auch diese Forderung zeigt einmal mehr, dass Sie den Bürger für unmündig und unfähig halten, souveräne Entscheidungen zu treffen und bezeugt das Demokratieverständnis Ihrer Zunft.
Schauen wir mal, ob Sie künftig in der Lage sein werden sich wenigstens mit uns demokratisch auseinander zu setzen. Wir jedenfalls, werden die etablierten Parteien auch künftig kräftig vor uns her treiben. Wir werden sehr lange dafür Sorge tragen, dass dem Bürger reiner Wein eingeschenkt wird, er nicht getäuscht und belogen wird. Dass die Ängste und Sorgen der Bürger ernst genommen werden und künftig eine Partei mit Bürgernähe für die Belange unserer Bürgerinnen und Bürgern in Stadt und Kreis da ist und sich für sie einsetzt.
Wir jedenfalls, sehr geehrter Herr Merz, bedanken uns bei Ihnen für Ihre unermüdliche Aufmerksamkeit, aber vielmehr noch bei den vielen Wählerinnen und Wählern, die sich nicht von Ihren dumpfen Versuchen täuschen ließen und uns stattdessen ihr Vertrauen geschenkt haben.
Wir werden dieses Vertrauen nicht enttäuschen und freuen uns auf die - zumindest von unserer Seite - demokratischen Auseinandersetzungen. Ich bin gespannt, wie viel Filz, Geldverschwendung und politisches Unvermögen wir in der Zukunft bei unserer Oppositionsarbeit mit dem Mut zur Wahrheit aufdecken werden.
Ich freue mich darauf.
Herzlichst Ihr Thomas Wollmann